Über Ingrid Wald

Man sieht die Sonne langsam untergehen und erschrickt doch,
wenn es plötzlich dunkel ist.

Liebende kann selbst der Tod nicht trennen.

Alles verändert sich, aber dahinter ruht ein Ewiges.

Was Du an Liebe gegeben, dafür ist jeder Dank zu klein.
Was wir an Dir verloren haben, das wissen nur wir ganz allein.

Die Kunst verbindet über das Ende hinaus.

Wenn ihr mich sucht, sucht mich in euren Herzen. Habe ich dort eine Bleibe gefunden, lebe ich in euch weiter.

Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren.

Es gibt Momente im Leben, / da steht die Erde für einen Augen-
blick still. / Und wenn sie sich dann weiter dreht, / ist nichts mehr wie es war.

Es ist so schwer, es zu verstehen, dass wir dich niemals wieder sehen.

Gerhard Jaschke: Zum Gedenken an Frau MMag. Ingrid Jaschke-Wald
7.2. 1943-11.3. 2018  („57 Jahre Malerei“ – www.ingridwald.at)

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Ingrid Wald wird 1943 in eine gutbürgerliche Wiener Familie geboren. 1946 übersiedelt der Vater mit der Familie ins niederösterreichische Unterretzbach, um dort eine Praxis als Landarzt zu eröffnen. Wald verbringt eine unbeschwerte Kindheit in ländlicher Idylle.

Mit 16 zieht Wald zurück nach Wien, von 1962 bis 1973 studiert sie an der Akademie der Bildenden Künste bei Herbert Boeckl, Robert Christian Andersen und Joanis Avramidis zunächst Malerei, später Konservierung und Technologie.

Ihre Studienzeit erlebt Wald als geprägt vom Existentialismus – insbesondere der Werke Simone des Beauvoirs – und der sexuellen Revolution: 1960 wird die „Pille“ zur Empfängnisverhütung erstmals zugelassen, 1968 erscheint der Kinsey Report, die feministische Emanzipationsbewegung erreicht einen Höhepunkt.

In diese Zeit fällt auch eine kurze Ehe, 1965 wird Ihr Sohn Thomas geboren, 1968 wird der Bund wieder geschieden. Wald: „Beauvoir hat mich insofern geprägt, als ich erkannt habe, dass jede ihren individuellen Weg gehen muss.“

Nach Abschluss des Studiums arbeitet Wald intensiv als Konservatorin für das Wiener Denkmalamt. Ihr ist klar „dass die Befreiung klein ausfällt, wenn ich nicht kapitalistisch Geld verdienen kann. Geld war eine wichtige Basis meiner Freiheit.“

Daneben entstehen die Werke „Wiesenspiele“ (Fotografie/Collage, 1973) und daraus „Riesenrad“ (Fotografie/Collage/Projektion, 1980) für die Wiener Festwochen, sowie der Zyklus „Alphabetische Selbstfindung“ (Fotografie/Projektion, 1978), der Walds Aufnahme in die Grazer Autorenversammlung zur Folge hat.

Neben der bildenden Kunst beschäftigt sich Wald intensiv mit Literatur. 1975 gründet sie gemeinsam mit Gerhard Jaschke die Kulturzeitschrift „Freibord“. In Jaschke findet sie auch ihren Lebenspartner, mit dem sie seit 1978 verheiratet ist.

Ab Anfang der 80er Jahre gewinnt Walds künstlerisches Schaffen gegenüber der Arbeit als Konservatorin zunehmend an Bedeutung: Neben dem Aktzyklus „Die Kunst, ein Schmetterling zu sein“ (Bleistift, Guagen 1990-1999) entstehen viele Gemälde, die an die floreale Wiener Tradition anknüpfen.

Viele ihrer Werke dieser Zeit publiziert Wald in einem literarischen Kontext: „Waldwiesen und anderes“ mit Gedichten von Friederike Mayröcker (1991); „101 Rosen für Freibord“ (1997); „Entdecken/Verdecken“ mit Texten von Johannes Gachnang, Elfriede Gerstl, Friederike Mayröcker, Julian Schutting und Elisabeth Wäger (1998). „Übung ein Schmetterling zu sein“ mit Text von Helmut Eisendle (1999).

Seit 2000 betreibt Ingrid Wald gemeinsam mit Gerhard Jaschke die Galerie Unterretzbach, ein Treffpunkt internationaler Künstler, Dichter und Musiker.
Veronika Pelikan

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Studium der Malerei und Konservierung/Technologie an der Akademie der bildenden Künste bei Böckel, Andersen, Avradimis.

Die Freude an den bäuerlichen Gärten fließen in die Arbeit ein. Eine vitale Bildsprache entsteht. Die frühen Kärntner Maler beeindrucken die junge Ingrid Wald, ihre Wegfindung ist unter anderem von Nötscherkreis wie Wiegele sehr beeinflusst. Die Frage nach der Stellung der Frau führt zur Fotografie. Ingrid Wald wird in die Grazer Autorinnen Autorenversammlung aufgenommen. Sie ist eine der wenigen bildenden Künstlerinnen, die sich auch dem literarischen Aspekt widmet. Sie ist Mitbegründerin der Kulturzeitschrift Freibord.

Es folgen internationale Ausstellungen, Teilnahmen an internationalen Kunstmessen und Museen im In- und Ausland
Gerhard Jaschke